Tag 15 Ruhlsdorf oder „wieder was gelernt“

20. April, 2008 von Philippe
Philippe

Liebes Tagebuch,

ich wurde echt verarscht. Als Flo gefragt hat, ob ich den nächsten Tagebucheintrag schreibe, hab ich natürlich „ja“ gesagt – und dabei nicht geahnt was der Tag bringen würde. Das ist nämlich am Ende so viel, dass ich nicht weiß wo ich anfangen, geschweige denn aufhören soll. Ich fasse es mal so knapp wie möglich zusammen.

Learning 1: Erst Wasser prüfen, dann einschäumen
Ich mache die Augen auf. Mein erster Morgen im Truck. Vor mir steht ein Mann mit weißem Bart und schwenkt eine Rasierklinge. Das ich irgendwann abtreten muss, wusste ich ja, aber das es gerade heute sein muss. Langsam schaltet mein Gehirn und verdrängt den leichten Wodka Nebel von gestern. Vor mir steht Flo, der sich rasieren wollte und leider sein Gesicht eingeschäumt hat, ohne zu checken, ob der Wassertank des Trucks noch voll ist. Er löst die Situation mit einer Eisrasur im See. Kurz Zeit später erwartet uns ein Deluxe Frühstück mit frischem Rührei und heißem Kaffee von Nils.

Learning 2: Große Reifen können tief graben
Der Boardtest läuft trotz des mässigen Wetters gut. Bindung tauschen, Brett rausgeben, dass ist schon nach kurzer Zeit Routine geworden. Ganz routinemäßig will Reiseleiter Flo dann auch unseren Truck vom Strand wieder zurück auf den Parkplatz fahren. Die ersten Meter sehen gut aus. Die darauf folgenden Meter wird es kritisch. Nach 5 Minuten hat sich der Truck komplett festgefahren. Kein vorwärts mehr, kein rückwärts, festgefahren halt. Zum Glück sind die Leute hier nicht nur gastfreundlich sondern auch hilfsbereit. Um die Sache abzukürzen: diverse Äste, Baumstämme, Spatenstiche, und eineinhalb Stunden später haben wir mit 6 Leuten den Truck wieder auf sicherem Terrain. Na Servus – ich geh erstmal ne Runde fahren.

Learning 3: Auch Gangster haben Respekt – zumindest vor Lastkähnen
Wir sind mittlerweile wieder auf der Straße und damit auf dem Weg zum nächsten Tourstopp. Es dämmert schon, als Flo gegen 18:00 Uhr einen Kanal neben der Straße entdeckt. Obergangster Freddy springt in Shorts und Bindung, Flo macht die Leine fest, und wir übrigen positionieren uns mit der Kamera am Ufer. Der erste Versuch endet abrupt, als Freddy vor einem Lastenkahn flüchtet und mit voller Geschwindigkeit auf das steinige Ufer springt. Obwohl die Hand beim Aufprall ein bisschen gelitten hat, will er noch einen Versuch. Beim Dritten steht er schließlich einen sauberen Frontflip. Ich denke mir: „Als ich noch jung war …“

Learning 4: Weichenstellhäuser sind gemütlich
Zumindest wenn sie von Kerstin und Stephan umgebaut werden. Die beiden leben hier mit ihren zwei Kids und haben hier ein supergemütliches zu Hause. Wir werden mit Pasta bekocht, spielen mit den zwei Jungs, zocken Flipper und Backgammon. Freddy ist schließlich der erste, der vor dem warmen Ofenfeuer einschläft. Einen Bier und einen Jägermeister ist es bei mir schließlich auch so weit.

Gute Nacht Tagebuch – das war mein erster Tag im Truck.

Tagebuch 2008

14 Antworten

  1. sebi süß

    tja flo mit dem Truck muss man schon umgehen können ne ;)

    aber keine angst ab donnerstag komm ich und mach mal wieder einen auf trucker

    naja viel spaass noch bis denne

    gruss an alle sebi

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